Trotz Hüftdysplasie aktiv sein

24.04.2016

 

Gehört Ihr Hund auch zu einer der Rassen, die Probleme mit der Hüftdysplasie haben? Oder hat Ihr Tierarzt Ihrem Hund diese Diagnose gestellt? Was ist das, und was bedeutet das für Sie und Ihren Hund?

Grundlagenwissen zur Hüftdysplasie (HD)

Hüftdysplasie HD Hund
Hüftdysplasie schematisch

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk. Der Kopf des Oberschenkelknochens wird von der Pfanne am Hüftknochen geführt. Sind beide Anteile gut zueinander passend, findet eine gleichförmige Bewegung zueinander statt, bei der keine erwähnenswerten Druckspitzen entstehen.

 

Anders ist das bei der Hüftdysplasie. Hier umschließt die Pfanne durch angeborene oder erworbene Fehlbildung des Knochens den Hüftkopf nicht so gut. Durch die entstehenden hohen Drücke auf kleine Flächen bei der Bewegung wird das Knorpelgewebe, das die beiden Gelenkpartner als Puffer und Gleitschicht überzieht, geschädigt. Außerdem werden die Bänder, die das Gelenk führen, durch die Fehlbelastung gezerrt, was über Kurz oder Lang zur Instabilität im gesamten Gelenk führt.

Die Auswirkungen

Schädigungen am Knorpel werden vom Körper immer knöchern repariert. Arthrose entsteht. Das führt dann zu weiteren Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit und zu Schmerzen.

Diese Schmerzen lassen Ihren Hund Schonhaltungen einnehmen um die Hintergliedmaßen zu entlasten. Dadurch wird die Muskulatur weniger in Anspruch genommen; wird sie aber nicht benutzt wird, bildet sie sich zurück. Damit kommt sie nicht nur ihrer Bewegungsfunktion nicht mehr nach, sondern fehlt auch, um als stützendes Element das Gelenk zusammen zu halten. Häufig kommt es auch vor, dass das Hüftgelenk auskugelt. Dies alles führt dazu, dass das  Spiel im Gelenk noch größer wird und die Arthrose weiter voran schreitet. Ein schmerzhafter Kreislauf beginnt, der Ihren Hund ebenso wie Sie als seinen Halter gleichermaßen leiden lässt.

Dank Physiotherapie kann Ihr Hund sein lebenswertes Dasein wieder genießen

Hüftdysplasie HD Hund Aktivität
Trotz Hüftdysplasie aktiv sein

Im Vorfeld der ganz großen Schädigungen hilft die Physiotherapie unterstützend zur ärztlichen Therapie

  • durch bestimmte Handgriffe eine Verbesserung der Ernährungssituation des Knorpels zu schaffen und damit das Voranschreiten der Arthrose etwas aufzuhalten
  • durch gezieltes Muskeltraining zu verhindern, dass der Bandapparat zu sehr gezerrt wird; damit bleibt die Stabilität des Gelenks länger erhalten
  • mit gezielter Krankengymnastik Muskulatur aufzubauen, welche die schonende Führung der Gelenkpartner unterstützt
  • durch Bewegungsschulung Fehlbelastungen auch in anderen Regionen des Körpers zu verringern

Durch diese Maßnahmen der Hundephysiotherapie schreitet die Schädigung des Knorpels nicht so schnell voran, was dem Hund länger seine Lebensqualität erhält. 

Außerdem vermögen Massagen und Wärme- oder Kälteanwendungen Schmerzen zu lindern.

Bei fortgeschrittener Arthrose

  • beeinflussen Massagetechniken die Schmerzsituation für Ihren Hund positiv
  • lockert Wärmetherapie verspannte Muskulatur, was den Druck von schmerzenden Gebieten nimmt
  • mindert Bewegungsschulung und Muskelkräftigung die Fehlbelastung, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung hin

Wichtig zu wissen

Alle diese Einsatzfelder der Hundephysiotherapie sind effektive Mittel, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Ganz aufhalten oder gar heilen kann man die Arthrose nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft allerdings nicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie im Interesse des Wohlbefindens Ihres Hundes frühzeitig die Initiative ergreifen, um Ihrem Hund länger ein unbeschwertes, aktives Zusammenleben mit Ihnen zu ermöglichen!

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